10. Januar 2025

Lange nicht voneinander gehört?

Einige aktuelle Entwicklungen …

Haben auch Sie auf den neuen Newsletter gewartet? Im vergangenen Jahr 2024 habe ich die Newsletter etwas vernachlässigt und stattdessen mehr auf LinkedIn und in der österreichischen Fachzeitschrift Immobilien Investment veröffentlicht. Wenn Sie mir auf LinkedIn folgen, bleiben Sie jederzeit auf dem Laufenden!

In 2025 wird es wieder Newsletter geben, die Themen werden sich zwischen Grundsätzlichem und Tagesaktuellem bewegen. Momentan beschäftigt mich im Besonderen, wie sich die geopolitischen Veränderungen (beispielsweise USA: Panama, Kanada, Grönland? … China: Taiwan, Philippinen? … Russland: Ukraine, Moldau, baltische Staaten?) auf die internationalen Kapitalströme auswirken werden. Gleiches gilt für die Ansiedlung oder Verlagerung von Industrien und Wirtschaft sowie den Bezug von wesentlichen Grund-/Rohstoffen insbesondere für die Produktion technischer Güter. Wem diese Überflughöhe zu hoch ist, der mag bitte darüber nachdenken, was passiert, wenn ausländisches Kapital nicht mehr in deutsche, österreichische, europäische Immobilien fließt, sondern stattdessen verstärkt nach Afrika, Asien und die vorgenannten Staaten gelenkt wird? Absehbar sind beispielsweise die erhöhte Besteuerung von Investmenterträgen aus dem Ausland, deutlich weniger Regulierung als in Europa (Deutschland insbesondere) und chancenreichere Risikoprofile.

Im Bereich der Geldwäsche (AML/CTF) wird es in den kommenden Jahren weiter um Kapitalflüsse sanktionierter Entities und Personen gehen. Hinzu kommen Entwicklungen wie Chinese Underbround Banking und die Aufdeckung der Vermögen beispielsweise von Hamas und Hizbollah. Intelligente Köpfe haben sich teilweise hochkomplexe Konstrukte ausgedacht, andere Konzepte sind so trivial wie wirkungsvoll. Viele dieser Gelder sind in Immobilien und auch Bauunternehmen geparkt.

Betrug in der Immobilienwirtschaft wird immer komplexer in der Auflösung. Neben relativ einfachen Sachverhalten (Bestechung / Korruption, Erpressung, Unterschlagung etc.) entstehen sehr unübersichtliche Situationen in der Schnittmenge von Immobilien und Kapitalmärkten. Selbst für Profis nur schwer nachvollziehbare Finanzierungen mit fast unerwarteten Ausfällen haben 2024 geprägt und wirken weit in die kommenden Jahre hinein. Als Anlageprodukt hat die Immobilie durch die Verquickung mit Anlageinstrumenten schweren Schaden genommen – die Ausfälle von Fondskonstruktionen, Beteiligungen, Aktien etc. sind durch die Presse gegangen.

ESG, GRC, CSRD, CS3D etc. werden uns weiterhin prägen. Eines ist aber allen Regularien gemein: Wenn ein Unternehmen keine entsprechende Governance aufweist oder aufbaut, haben auch „E“ und „S“ wenig Chancen, wirklich gelebt zu werden und mehr als eine ungeliebte Erfüllung von Vorschriften zu sein. Weiterhin können sich auch Inhalte verändern: Wer hätte vor fünf oder zehn Jahren gerne Rüstungsunternehmen als Mieter gehabt? Heute ist diese Wachstumsbranche vermieterseits heiß umworben! Nicht unterschätzen darf man, daß die hochregulierte Welt um uns herum das berühmte „new normal“ ist und kein positives, ergo: renditeverbesserndes, Add-On darstellt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen von notwendigen Investitionen zur Erfüllung dieser Ansprüche sind aufgrund sich laufend ändernder Anforderungen nur begrenzt abschätzbar. Sicher scheint jedoch, daß gerade große Portfolien sowohl mit diesen Kosten, als auch mit stranded assets belastet werden – zu Lasten der Investoren oder Fondszeichner.

Soweit für heute! Freue mich auf Ihre Ansichten und Perspektiven unter meinung(at)pcci.de!

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